Die 10 schwersten Sprachen der Welt: Lernen Sie die

Marcel Schulze

Die 10 schwersten Sprachen der Welt: Lernen Sie die

Lesezeit 6 Minuten

Du sitzt vielleicht gerade in deinem Lieblingscafé in Zürich, Bern oder Genf, nippst an deinem Kaffee und denkst über deinen nächsten Sprachkurs nach. Vielleicht bist du gerade erst in die Schweiz gezogen und fühlst dich ein wenig überfordert von den vielen Sprachen, die hier gesprochen werden. Oder vielleicht überlegst du, welche Sprache du als Nächstes lernen könntest, wenn du bereits Deutsch, Französisch oder Italienisch beherrschst. Die Frage kommt dann oft auf: Was sind eigentlich die 10 schwersten sprachen der welt? Das ist eine spannende Frage, denn „schwer“ ist relativ. Was für jemanden aus Tokio einfach ist, kann für dich in der Deutschschweiz eine riesige Hürde darstellen. Lass uns das heute in Ruhe anschauen. Ich erkläre dir, was Sprachen so herausfordernd macht und welche Kandidaten es auf die Liste der schwierigsten Sprachen für deutschsprachige Lernende schaffen.

Was macht eine sprache wirklich schwierig?

Bevor wir uns die Top 10 ansehen, müssen wir klären, was „schwer“ überhaupt bedeutet. Wenn du aus der Schweiz kommst und deine Muttersprache Deutsch ist, dann ist für dich eine Sprache schwierig, wenn sie sich stark von allem unterscheidet, was du kennst. Es geht nicht nur um die Grammatik. Es geht um das ganze Paket.

Die gröbsten stolpersteine

Für dich als Deutschsprechenden sind vor allem diese Punkte entscheidend, wenn du eine neue Sprache lernst:

  • Alphabet und Schrift: Wenn die Sprache ein komplett neues Schriftsystem verwendet, wie zum Beispiel chinesische Schriftzeichen oder arabische Buchstaben, ist das eine grosse Anfangshürde.
  • Grammatik: Deutsch hat schon eine knackige Grammatik mit vier Fällen. Wenn eine Sprache noch mehr Fälle hat oder eine komplett andere Satzstruktur (zum Beispiel V2-Stellung im Deutschen gegen SVO-Stellung in vielen anderen Sprachen), wird es kompliziert.
  • Aussprache und Ton: Viele Sprachen nutzen Töne, um die Bedeutung von Wörtern zu verändern. Wenn du das falsche Tonmuster triffst, sagst du etwas ganz anderes. Das kennen wir aus dem Schweizerdeutschen nicht so extrem.
  • Wortschatz: Sprachen, die mit dem Deutschen verwandt sind (wie Niederländisch oder Englisch), teilen viele Wörter. Wenn der Wortschatz völlig fremd ist, musst du viel mehr Vokabeln pauken.

Wenn du zum Beispiel versuchst, mit den Behörden in einem Kanton einen komplizierten Fall zu klären und dafür eine Sprache lernen musst, die all diese Hürden aufweist, dann spürst du den Lernwiderstand besonders stark. Es ist oft der Frust über die fehlenden Fortschritte, der uns die Sprachen als „schwer“ erscheinen lässt.

Die top 10 der schwersten sprachen für deutschsprachige

Diese Liste basiert oft auf Studien, die den Aufwand für englischsprachige Lernende messen. Da Deutsch und Englisch aber viele Gemeinsamkeiten haben (beides germanische Sprachen), sind diese Sprachen auch für dich als Deutschsprecher oft die grössten Herausforderungen. Wir fokussieren uns hier auf Sprachen, die eine fundamentale Abkehr von der europäischen Sprachlandschaft bedeuten.

Die 10 schwersten Sprachen der Welt: Lernen Sie diePlatz 1: Chinesisch (Mandarin)

Mandarin steht fast immer an der Spitze. Warum? Es ist eine Tonsprache mit vier Haupttönen plus einem neutralen Ton. Das bedeutet: Wenn du „Ma“ mit dem falschen Ton sagst, kann es „Mutter“, „Pferd“ oder „Hanf“ bedeuten. Dazu kommen die tausenden Schriftzeichen. Für dich, der du vielleicht gerade versuchst, die korrekte Deklination von „das Postauto“ zu lernen, ist das ein gewaltiger Sprung.

Nützliche Verweise

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Platz 2: Arabisch

Arabisch fordert mit seinem Alphabet heraus, das von rechts nach links gelesen wird. Hinzu kommt die komplexe Wurzel-Grammatik. Ein Wortstamm aus drei Konsonanten kann durch das Einfügen von Vokalen und Präfixen Dutzende von Bedeutungen annehmen. Auch die Aussprache ist für uns ungewohnt, besonders die Kehlkopflaute.

Platz 3: Japanisch

Japanisch ist eine Mischung aus Allem, was schwierig ist. Es hat drei Schriftsysteme gleichzeitig: Hiragana, Katakana und Kanji (übernommene chinesische Zeichen). Die Grammatik ist zudem sehr höflichkeitsabhängig. Je nachdem, mit wem du sprichst – sei es dein Chef oder ein Freund am Tresen im Coop –, musst du komplett andere Verben und Partikel verwenden. Das ist für die Schweizer Mentalität, die Wert auf direkte Kommunikation legt, manchmal verwirrend.

Platz 4: Koreanisch

Koreanisch ist grammatikalisch komplex, ähnlich wie Japanisch, mit einer anderen Satzstruktur als wir sie kennen. Der Vorteil: Das Alphabet, Hangeul, ist unglaublich logisch und schnell zu lernen. Aber die Grammatik, besonders die Höflichkeitsformen, ist eine Herausforderung. Wenn du in Seoul arbeitest, musst du diese Nuancen beherrschen.

Platz 5: Ungarisch

Jetzt kommen wir zu einer europäischen Sprache, die aber trotzdem ganz oben mitspielt. Ungarisch gehört zur finno-ugrischen Sprachfamilie und ist nicht mit dem Deutschen verwandt. Der Hauptgrund für die Schwierigkeit ist die Grammatik: Ungarisch nutzt bis zu 18 Fälle! Stell dir vor, du musst für „im Haus“ oder „zum Haus“ immer wieder neue Endungen lernen. Das ist selbst für erfahrene Sprachlerner mühsam. Auch andere große Sprachfamilien, wie die sinotibetischen Sprachen, stellen Lernende vor besondere Herausforderungen.

Platz 6: Finnisch

Ähnlich wie Ungarisch ist Finnisch ein echtes grammatikalisches Monster. Es hat etwa 15 Fälle. Wenn du versuchst, in Finnland einen Vertrag zu verstehen, wirst du schnell merken, wie kompliziert die Wortendungen sein können. Vokale und Konsonantenwechsel innerhalb der Wörter erschweren das Lernen zusätzlich.

Platz 7: Isländisch

Isländisch hat sich seit Jahrhunderten kaum verändert. Das ist gut für die Geschichte, aber schlecht für Lernende. Es hat eine extrem komplexe Deklination und Konjugation, die näher am Altnordischen ist als viele andere moderne Sprachen. Es besitzt noch immer vier Fälle und das Geschlecht von Substantiven muss man sich oft hartnäckig merken.

Platz 8: Vietnamesisch

Vietnamesisch ist eine weitere Tonsprache, wie Chinesisch, oft mit sechs Tönen. Hinzu kommt, dass die Aussprache der Konsonanten für uns ungewohnt ist. Obwohl es das lateinische Alphabet verwendet, machen die vielen diakritischen Zeichen (die kleinen Striche und Häkchen über oder unter den Buchstaben), die die Töne anzeigen, das Lesen und Sprechen für Anfänger zu einer echten Geduldsprobe.

Platz 9: Polnisch

Polnisch gehört zu den slawischen Sprachen und ist für Deutschsprachige oft schwieriger als zum Beispiel Spanisch. Die Grammatik ist reich an Fällen (sieben an der Zahl) und das Aussprechen mancher Konsonantenkombinationen (wie „szcz“) fühlt sich an, als würdest du murmeln oder stolpern. Das kann bei der Kommunikation mit polnischen Kollegen in der Bau- oder Dienstleistungsbranche schnell zu Missverständnissen führen.

Platz 10: Griechisch

Obwohl Griechisch ein eigenes Alphabet hat, was eine gewisse Anfangshürde darstellt, ist die Grammatik der wahre Knackpunkt. Es besitzt Modi und temporale Unterschiede in den Verben, die im Deutschen kaum noch existieren. Wenn du dich mit den komplizierten Zeitformen auseinandersetzt, merkst du, wie weit sich diese Sprache von unseren germanischen Wurzeln entfernt hat.

Wie du die „schwere“ sprache meisterst – praxis tipps für die schweiz

Nun weisst du, welche Sprachen als die hartnäckigsten gelten. Das bedeutet aber nicht, dass du sie nicht lernen kannst! Viele Menschen in der Schweiz meistern diese Sprachen – sei es für die Arbeit, den Tourismus oder aus persönlichem Interesse. Hier sind ein paar ganz konkrete Ansätze, die dir helfen, den Berg zu erklimmen.

Fokus auf das, was du brauchst

Wenn du zum Beispiel aus beruflichen Gründen Japanisch lernen musst, aber nicht in die tiefsten philosophischen Texte eintauchen willst, konzentriere dich auf Fachvokabular und höfliche Geschäftskommunikation. Du musst nicht perfekt sein, um im Alltag zurechtzukommen. Das ist gerade hier in der Schweiz wichtig, wo man oft mit Pragmatismus ans Ziel kommt.

Tipps gegen tonsprachen: hören, hören, hören

Bei Sprachen wie Chinesisch oder Vietnamesisch musst du dein Ohr trainieren. Versuche, so viel wie möglich über Podcasts oder Musik zu hören. Mach dir bewusst, dass die Töne für dich wie Musik sind. Nimm dich selbst auf, wenn du einen Ton übst, und vergleiche es mit einem Muttersprachler. Wiederhole das, bis es sitzt. Nutze Apps, die dir visuell zeigen, wie die Tonhöhe verläuft.

Grammatik entwirren mit strukturiertem Vorgehen

Bei Sprachen mit vielen Fällen (Ungarisch, Finnisch) hilft es, Muster zu erkennen. Lerne die wichtigsten Endungen für die häufigsten Wörter (ich, du, Haus, Wasser) und wende sie sofort an. Versuche nicht, alle 18 Fälle auf einmal zu lernen. Setze dir kleine Etappen. Zum Beispiel: Diese Woche lerne ich nur den Kasus für „im/am Ort“.

Immersion schaffen, auch hier in der schweiz

Auch wenn du Mandarin lernst und in St. Gallen wohnst, kannst du eine Immersion schaffen. Suche Online-Tandempartner, die dir helfen. Schaue Filme in der Zielsprache mit Untertiteln in der gleichen Sprache (nicht Deutsch). Das trainiert dein Gehirn, die neuen Wörter und Satzstrukturen direkt zu verknüpfen, ohne den Umweg über die deutsche Übersetzung.

Häufig gestellte fragen

ist koreanisch leichter als japanisch?

Viele Lernende empfinden Koreanisch als etwas einfacher beim Einstieg, hauptsächlich wegen des Alphabets Hangeul, das sehr logisch ist und schnell beherrscht wird. Die Grammatik bleibt aber in beiden Sprachen sehr komplex, besonders wegen der Höflichkeitsstufen, die du beachten musst.

muss ich wirklich alle 10.000 chinesischen schriftzeichen lernen?

Nein, das ist für den Alltag nicht nötig. Um Zeitungen flüssig zu lesen und einen normalen Job zu machen, reichen oft etwa 2.000 bis 3.000 Zeichen. Konzentriere dich zuerst auf die Zeichen, die du im täglichen Leben – zum Beispiel beim Einkaufen oder auf Reisen in China – brauchst.

welche sprache ist am schnellsten zu lernen, wenn ich deutsch kann?

Sprachen aus dem germanischen oder romanischen Zweig sind in der Regel am schnellsten zu erlernen. Denke an Niederländisch, Englisch oder sogar Spanisch. Diese teilen viele Vokabeln und haben grammatikalische Strukturen, die dir vertrauter sind als zum Beispiel die komplexen Kasussysteme der finnischen Sprachen. Wenn du dich für Sprachen mit komplett anderen Strukturen interessierst, wie etwa Chinesisch, ist der Aufwand deutlich höher.

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